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Juice Fasting

25. Januar 2015
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Ok, Ok, da hatten wir groß angekündigt, diese Kategorie „Philosophie“ hat nichts mit Essen zu tun – und da wird mein erster Beitrag direkt Juice Fasting… Aber – er ist hoch-philosophisch (was soll ich sonst zu meiner Rechtfertigung sagen???). Here we go: Als ich das erste Mal eine Fastenkur gemacht habe, war ich ziemlich unvorbereitet. Das kann man glaube ich unkommentiert so stehen lassen. Ich hatte mich einfach überhaupt nicht mit Fasten auseinandergesetzt, nur im Internet und eventuell habe ich mir im Buchladen auch ein paar Sätze dazu angelesen. Das ist ungefähr acht Jahre jetzt her. Ich habe mir natürlich vorgenommen, direkt eine Woche lang zu fasten, also sieben ganze Tage. Und natürlich nur Tee. Noch nicht mal Brühe.

Dafür lief es eigentlich gar nicht mal so schlecht. Bis auf den dritten Tag, an dem mich meine Chefin nach Hause schickte, weil ich so blass aussah und so schwach, als würde ich umkippen. Ich hatte natürlich niemandem gesagt, dass ich faste. Ich hatte keine Lust, mich erklären oder verteidigen zu müssen, ich kannte das schon vom Vegan-Sein. Wenn jetzt noch das Fasten hinzu kommen würde… Das wollte ich vermeiden. Ich hatte mir auch keine Auszeit genommen. Ich machte ganz normal weiter. Ich hatte zu der Zeit noch studiert, mit tausend Nebenjobs und mit dem Fahrrad hin- und herfahren kreuz durch die Stadt.

Ich kam bis Tag 5. Ich hatte eigentlich das Schlimmste überstanden, das konnte ich in jedem Blog im Internet lesen. Tag 5, das ist wie fast Tag 7 schon erreicht… An diesem Tag und trotz aller Blog-Einträge fiel es mir allerdings unmöglich, nichts mehr zu essen. Und trotz aller Warnungen und Empfehlungen, wie man auf gute Art und Weise seine Fastenkur brechen sollte, habe ich das so getan: Ich habe mir drei vegan Kuchenstücke geholt und sie genüsslich hintereinander gegessen.

Ist das demotivierend? Nein gar nicht, ich fühlte mich großartig mit den Kuchen – auch wenn ich es nicht unbedingt nochmals machen würde. Denn schon bei meiner zweiten Fastenkur, ungefähr ein halbes Jahr später, merkte ich, ich hatte eine wichtige Erfahrung mitgenommen: Ich konnte meinen Körper während des Fastens besser verstehen. Oder eher so: Ich hatte auf einmal überhaupt eine Art Wahrnehmung zwischen meinem Kopf, der unbedingt diese Fastenkur durchhalten wollte, und einer Reaktion meines Körpers darauf. Ich war nicht mehr ganz so extrem. Ich fastete mit Kitcheri, einer Reis-Linsen-breiartigen Suppe. Und nach einem halben Jahr machte ich eine andere Fastenkur. Und so weiter. Heute hat sich mein Körper so an die kleinen Fastenzeiten gewöhnt, dass die Tage kaum noch so richtig aus dem Rahmen fallen. Früher hatte ich oft das Gefühl, durch die Zeit des Fastens etwas zu verpassen. Aber was?

Wahnsinnig, wie unser Kopf oft versucht, uns auszutricksen. Und uns vorzumachen, wir würden etwas Wichtiges verpassen. Aber es ist wie mit so vielem im Leben: durch Wiederholung von Ungewohntem, Neuem lösen sich alte Strukturen. Wiederholung ist dabei so viel wichtiger als Extreme. Es ist wie beim Yoga: Besser jeden Tag 10 Minuten als einmal die Woche 120. So ist das auch beim Fasten: Anstatt direkt sieben Tage durchzuziehen, vielleicht erst mal mit einem Tag anfangen. Warum nicht? Natürlich sind die Benefits nach fünf Tagen höher, nach sieben noch höher. Aber um dahin zu kommen ist ein Fastentag eine gute Idee. Ich bin froh, dass ich damals nicht nach meinen fünf Tagen dem Fasten auf Wiedersehen gesagt habe, sondern das nächste Mal einfach nen bisschen kleiner angefangen habe. Heute liebe ich fünf Tage Saftkuren – zu sieben Tagen reines Wasser- und Tee-Heilfasten traue ich mich aber nicht. In zwei Jahren 😉

 

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